Der göttliche Hollerbusch

Der göttliche Holunderbusch findet in der Küche immer häufiger Verwendung.

Im späten Frühling und Frühsommer locken wieder die süßlich duftenden Hollerblüten in ihrer weißen Pracht und wollen zu süßen Köstlichkeiten verarbeitet werden. Aber auch in der Naturmedizin setzt man auf Hollerblüten!

Der drei bis zehn Meter hohe Strauch des schwarzen Hollunders ist in Europa heimisch. Wir finden ihn in Wäldern, Gebüschen, Bachufern und Gärten. Von Juni bis Juli blüht der Strauch. Seine Blüten finden in der Küche immer häufiger Verwendung.

Tipps zur Ernte von HollerblütenHollerblüten

Am besten ihr pflückt die Blüten wenn sie cremefarben sind, denn weiße Blüten schmecken weniger frisch. Aber erntet die Hollerblüten sorgsam, die Blütendolben dürfen nicht verletzt werden! Untersucht die Ernte nach Insekten und zupft die Blüten vorsichtig von den Stielen. Die Stiele schmecken oft bitter und können süße Gerichte verderben!

Sagenumwobene Pflanze

Um den Hollerbusch ranken sich seit jeher viele Mythen. Die Germanen glaubten, dass ihre Liebesgöttin Freya im Holunderstrauch wohnte und es der Lieblingsbusch der Muttergöttin Holla war.
Bis in die heutige Zeit hält sich folgender Mythos: Wem etwas gestohlen wurde, soll vor Sonnenaufgang zu einer Hollunderstaude gehen, sie mit der Linken gegen Sonnenaufgang biegen und sagen: Hollerstaude, ich tu dich drücken und bücken, bis der Dieb das Gestohlene bringt. Ob's tatsächlich funktioniert, können wir nicht bestätigen.

Holler als natürlicher Alleskönner gegen Erkältungen, Kopfschmerzen und bei Brandwunden

Die Blüten sind als schweißtreibendes Mittel bei Erkältungen bekannt. Dafür könnt ihr getrocknete Hollerblüten als Tee aufbereiten (fertigen Hollertee kann man natürlich auch kaufen). Die harntreibende Wirkung macht ihn auch geeignet bei Gicht und Rheuma. Ein Umschlag von frischen Holunderblättern lindert anhaltenden Kopfschmerz. Die frisch gepflückten Blätter zerquetscht mit Milch zu Brei gerührt, helfen bei Brandwunden.

Kochen mit Hollerblüten

Der Holunder blüht nur kurz, deshalb sollte man die Blütezeit unbedingt nutzen und die herrlichen Hollerblüten verkochen. Oder man macht sie ganz einfach haltbar und genießt das ganze Jahr!
Ein bewährtes Rezept für Verdünnungssaft aus Hollerblüten möchten wir euch hier ans Herz legen. Da die Holler-Erntezeit auch mit der Erdbeerzeit zusammen fällt, bietet sich in Erdbeermarmelade mit Hollerblüten an. Sehr delikat ist auch eine Holunder-Birnen-Marmelade. Probiert es aus, ihr werdet begeistert sein! Übrigens, zum Beschriften der Flaschen und Marmeladegläser findet ihr hier unsere "Selbst gemacht"-Etiketten zum kostenlosen pdf-Download.

Ein Dessert, das gerade in Österreich schon lange Tradition hat, sind die Gebackenen Hollerblüten, auch "Hollerkrapfen" genannt: Hier werden die ganzen Hollerblütendolden in Palatschinkenteig getaucht und in Pflanzenöl gebacken. Das Rezept für die gebackenen Hollunderblüten finden ihr hier.

Ihr habt ein weiteres Rezept mit Hollerblüten für uns? Dann schreibt uns an redaktion@bonafamilie.at oder schickt uns eine Nachricht auf unserer Facebook-Seite.