Osterschlemmen auf der ganzen Welt

Pinze, Schinken und Eierpecken – heimische Bräuche kennt jeder. Doch: Wo gibt es zu Ostern Pudding und warum müssen in Irland genau 11 Marzipankugeln auf eine Torte?

Fastenzeit ist die Zeit des bewussten Verzichts. Umso größer ist dann die Freude beim großen Osterbrunch. In den heimischen Esszimmern biegen sich meist die Tische voller Schmankerl und Köstlichkeiten. Freunde der Esskultur stellen sich dabei oft die Frage: Wie sieht das eigentlich anderswo aus? Was kommt in den USA, Finnland oder Mexiko auf den Tisch?

Nord/Südamerika

Der traditionelle Osterschinken ist in den USA eine süße Angelegenheit: Der sogenannte „glazed ham“ wird mit Honig glasiert. In Ecuador freuen sich die hungrigen Feiernden auf eine mächtige Suppe, deren Zutatenkombination äußerst mutig klingt: Fanesca besteht aus Reis, Fisch, Kürbis, Erbsen, Mais, Frischkäse, Bohnen, hart gekochten Eiern, Kochbananen und Teigtaschen. Süßer geht es in Mexiko zu: Capirotada – ein Brotpudding – wird aus Brötchen, Rosinen, Erdnüssen, Datteln, Nüssen und Marillen zubereitet. Übergossen wird der gehaltvolle Pudding mit einer speziellen Zucker-Ei-Milchmischung.

Europa

Bei den Norwegern wird ein eigenes Osterbier gebraut: Gemeinsam mit Familie und Freunden wird verkostet, wo es am besten schmeckt. Im Osten Europas kommt zu Ostern oft eine Sauermehlsuppe (zurek) im Brotlaib auf den Tisch. Die gehaltvolle Mahlzeit beinhaltet Kartoffeln, Würstchen, Ripperl und ein hart gekochtes Ei. Paska – ein Germkuchen ähnlich unserer Osterpinze – wird in der Ukrainegemeinsam geteilt.

Babovka heißt dagegen der Marmorkuchen, der in der Slowakei aufgetischt wird. Kuchenliebhaber sind auch die Russen: Kulitsch heißt deren zuckersüßer Osterkuchen, auf den die Symbole für „Christus ist auferstanden“ aufgemalt werden. Eine wahre Kalorienbombe ist der polnische Mazurek – ein Blechkuchen, der dick mit Marmelade oder Schokolade bestrichen wird.

In Finnland wiederum wird ein süßer Pudding gespeist: Mämmi besteht aus Roggenmalz, Roggenmehl und Melasse und wird mit Vanille oder Schlagobers verfeinert. Die strenggläubige Iren setzen ebenfalls auf eine Süßspeise: Der Simnel Cake aus kandierten Früchten wird mit 12 Marzipankugeln dekoriert, die die 12 Apostel symbolisieren. Oftmals sind es auch nur 11 Kugeln, da Judas außen vorgelassen wird. Die Griechen backen an den Feiertagen ein spezielles süßliches Brot namens Tsoureki.

Ein ähnlicher Brauch ist das Pinka-Brot in Kroatien, das als Hefeteigbrot süß oder sauer belegt wird. Fleischiger geht es in der Schweiz zu: Gespeist wird das Ostergitzi – also Ziegenfleisch – in unterschiedlichen Varianten. In ähnlicher Tradition kommt in Frankreich das Gigot d’Agneau de Pascal – das Osterlamm – auf den Tisch. Lammfleisch wird auch in England – als Roast Spring Lamb – an den Feiertagen verzehrt.