Lieblingsobst der Woche: Zwetschke

Rund um die Zwetschke ranken sich einige Legenden, sodass es ihr zu Ehren sogar mehrere Sprichwörter gibt: „Hast du deine sieben Zwetschken beisammen?“ Und bei diesem hier hoffen wir, dass es funktionieren möge: „Wer am Neujahrstag Zwetschken kocht, dem geht das ganze Jahr das Geld nicht aus.“ Egal, ob Glücksbringer oder nicht: Hauptsache sie schmecken!

Zwetschken gibt es auch in heimischen Gärten in vielen Variationen: Über 2.000 Sorten sind bekannt – Mirabellen, Kriecherl oder Ringlotten zählen ebenso zu ihrer Gattung. In China und im Orient wurden die saftigen Früchtchen bereits vor vielen Jahrhunderten kultiviert. Der früh blühende Zwetschkenbaum gilt dort sogar als Symbol der Jugend, Gesundbaum und Zeichen für den Frühlingsbeginn. Die Griechen und Römer machten den Zwetschkenanbau schließlich in ganz Europa populär. Hierzulande zählen das violett leuchtende Steinobst bis heute zu den beliebtesten Obstsorten.

Die Qual der Wahl

Die Zwetschke kann mit ihrer Bezeichnung schon ein wenig verwirren. Das beginnt alleine mit der Schreibweise: Zwetschge, Zwetschke oder gar Quetsche oder Pflaume? Dazu kommen dann noch die Untersorten wie Ringlotten oder Mirabellen. Tatsächlich hat die Begrifflichkeit etwas mit der Größe und Fruchtform (Geschmack, Steinlöslichkeit, Konsistenz des Fruchtfleisches) zu tun. Im freien Verkauf wird zwischen drei Klassen unterschieden: Pflaumen, Zwetschken und Mirabellen. Je nach Verwendungsmöglichkeit hat man also die Qual der Wahl.

Satte sechs Jahre Vorfreude

Wer sich als Hobbygärtner versuchen und süße Zwetschken ernten will, muss etwas Geduld aufweisen. Denn im Allgemeinen trägt ein Zwetschkenbaum erst nach rund sechs Jahren Früchte. Er zählt zur Familie der Rosenblütler und bevorzugt Gebiete, in denen es nicht allzu trocken ist. Nach der langen Zeit der Vorfreude wird man aber mit einer satten Erntezeit belohnt. Von Juli bis Oktober erfreuen uns die Zwetschkenbäume mit ihren süßen Früchten. Übrigens: Wenn man die Früchte besonders lange am Baum lässt, kann man später den Kern leichter entfernen.

Gaumenfreuden garantiert

In der Genussregion Österreich ist die Stanzer Zwetschke ein Leitprodukt, was ihre Beliebtheit im ganzen Land nochmals zusätzlich belegt. Unsere Mehlspeiskultur wäre sicher nur halb so schön ohne ein herzhaftes Powidl, einen Schuss Zwetschkenbrand, einen süßen Zwetschkenfleck, den Zwetschkenröster oder die allseits begehrten Zwetschkenknödel. Damit die Früchte nicht matschig werden, sollten sie nur kurz eingekocht werden. Ein Schuss Obstbrand, Vanilleeis und eine feine Zimtnote passen fast zu jedem Zwetschkengericht. Wenn die Früchte noch nicht genug Süße haben, kann man anstatt des Kerns einen Würfel Zucker einsetzen.

Idealerweise frisch verzehren

Am besten schmecken die Zwetschken frisch vom Baum. Da jedoch nicht jeder über das Privileg eines eigenen Gartens mit Obstbäumen verfügt, gibt es erntefrische Früchte am Markt oder im Geschäft zu kaufen. Damit die weißliche Schutzschicht der Früchte nicht zerstört wird, sollte man sie nur ungewaschen ins Obstfach des Kühlschranks legen. Dort sind sie bis zu einer Woche ohne Geschmacksverlust haltbar. Sind sie noch nicht reif genug, kann man sie bei Zimmertemperatur nachreifen lassen. Es bietet sich auch an, die Früchte einzukochen, in einen Rumtopf einzulegen, zu dörren oder einzufrieren.

Rezepte:

http://www.bonafamilie.at/rezepte-finden/hauptspeisen/rezept/kuerbisrisotto-mit-zwetschken.html
http://www.bonafamilie.at/rezepte-finden/hauptspeisen/rezept/gebackene-muehlviertler-zwetschkenknoedel.html
http://www.bonafamilie.at/rezepte-finden/nachspeisen/rezept/zwetschkenfleck.html