Süße Sünden vor der Fastenzeit

Von Fasnachtsküchle aus der Schweiz, die rautenförmig ausgeschnitten werden über Auszogne bis hin zu feinen Mutzen, die vor allem im Rheinland beliebt sind, hat jede Region ihr traditionelles Karnevalsgebäck. Gemeinsam haben fast alle Faschingsmehlspeisen, dass der Germ- oder Mürbteig in heißem Fett oder Öl ausgebacken wird. Je nach Region werden die ähnlichen Rezepte jedoch anders genannt und haben ihre bestimmten Eigenarten.

So scheiden sich schon beim traditionellen Faschingkrapfen die Geister: Von Berliner (Pfannkuchen), Berliner Ballen, (Fastnachts-)Krapfen, Kreppel oder Kräppel ist nicht nur die Bezeichnung variantenreich, sondern vor allem auch die Art der Füllungen. In Österreich, Südtirol und Süddeutschland ist Marillenmarmelade am weitesten verbreitet, daneben gibt es noch viele verschiedene Rezepte mit anderen Früchten, Vanillecreme, Schokolade oder Nougatfüllung.

>>> HIER haben wir das Rezept, wie du Faschingskrapfen noch selbst zubereiten kannst.

Das letzte große Schlemmen

Obwohl sich heutzutage kaum noch jemand an die 40-tägige Fastenzeit hält, die am Aschermittwoch beginnt, sind die frittierten Süßspeisen in den Tagen davor nach wie vor sehr beliebt. Früher wollte man noch ein letztes Mal vor dem großen Verzicht so richtig schlemmen. Da am „Schmutzigen Donnerstag“, dem letzten Donnerstag vor dem Aschermittwoch, zum letzten Mal geschlachtet wurde, war viel Fett vorhanden, das wie andere tierische Produkte noch vor der Fastenzeit aufgebraucht werden sollte. So wurde das Faschingsgebäck eben traditionell mit viel Schmalz und Eiern zubereitet.

Schmalzgebäck mit Honig

Gebackener Blätterteig, der mit Honig bestrichen und kräftig bezuckert wird, ist ein beliebtes Karnevalsgebäck in Italien und ist unter dem Chiacchiere oder Orillettas bekannt. Den kirchlichen Ursprung zeigen auch verschiedene skurrile Namen von Faschingsgebäck, wie Para Frittus, was soviel wie „frittierte Mönche“ heißt. Unter den Bezeichnungen Mendegadas, Trizzas, Acciuleddi oder Azzuleddhi sind noch viele weitere Variationen von frittiertem Teig mit Honig in Italien bekannt.